Science

Mammuts: Starben die Tiere am Ende der Eiszeit an nassen Füßen?

April 20, 2017


Eiszeit-Studie behauptet
Mammuts starben an nassen Füßen

War es der Mensch oder war es das Klima? Die Gründe für das Aussterben der eiszeitlichen Megafauna sind umstritten. Eine neue Studie sagt nun: Es war Schmelzwasser, das den Boden zum Schwamm machte.





imago/StockTrek Images

Mammut (Zeichnung)


Am Ende der letzten Eiszeit starben große Teile der Megafauna aus: Im Norden verschwanden ikonische Tiere wie Mammut, Mastodon oder Wollnashorn, aber auch in wärmeren Gegenden kam es zu einer merklichen Ausdünnung unter den großen Wirbeltieren. Neben dem Einfluss des immer weiter nach Norden vordringenden Menschen war dabei offensichtlich auch ein erheblicher, relativ plötzlicher Klimawandel ein entscheidender Faktor.

Nur wie? Wieso sollte das sich immerhin über Jahrhunderte und Jahrtausende erstreckende Schwinden der vergletscherten Zonen und die einhergehende Verschiebung der Vegetationsgrenzen nach Norden von Nachteil für grasende Lebewesen gewesen sein? Heißt das nicht, dass unterm Strich mehr Nahrung zur Verfügung hätte stehen müssen als vorher?

Eben nicht, argumentiert eine aktuelle Studie, die ein internationales Forschungsteam nun im Fachblatt “Nature Ecology and Evolution” veröffentlicht hat: Statt mehr Futter bekamen die Tiere nasse Füße.

Und zwar in ganz erheblichem Maße. Wo vorher Tundra war, erstreckte sich am Ende der Eiszeit ein von ständiger Gletscherschmelze getränktes Gebiet von Sümpfen und Torfmooren. Der über Jahrhunderte nicht versiegende Strom des Schmelzwassers machte den Boden zum Schwamm. Für oft tonnenschwere, wandernde Pflanzenfresser machte das die bisherigen Weidegründe und einst von Gletschern überdeckten Flächen nicht nur wertlos, sondern sogar gefährlich.

Auch vergleichsweise leichte Huftiere wie Moschusochsen, Bisons, Pferde oder Lamas erlebten keine Verbesserung ihrer Lebensumstände, sondern eine Verkleinerung der für sie tauglichen Biotope. Der Kollaps der Populationen der weidenden Tierarten habe dann das Aussterben der größeren Raubtiere nach sich gezogen, schreiben die Forscher.

Feuchtpflanzen im Nahrungsmix

Die Studie beruht auf 511 fossilen Knochen verschiedener Lebewesen aus unterschiedlichen Zeiten dieser Phase, die man auf ihre Ernährung hin untersuchte. So wiesen die Forscher über die in den Knochen abgelagerten Spurenelemente eine messbare Veränderung des Nahrungsmixes der Tiere nach.

Und diese Ergebnisse fielen auch für die Forscher überraschend eindeutig aus: “Wir hatten nicht erwartet, so klare Hinweise auf zunehmende Feuchtigkeit überall in Europa, Siberien, Nord- und Südamerika zu finden”, sagt Autor Alan Cooper von der University of Adelaide: “Die Zeiten variieren zwischen den verschiedenen Regionen, passen aber stets zum Ende der Vergletscherung und dem Tauen des Permafrost-Bodens.” Die plötzliche Feuchtigkeit sei zudem immer kurz vor dem Zeitpunkt aufgetreten, zu dem die meisten Arten ausstarben.

Die große Ausnahme sei Afrika gewesen, und das gelte bis heute: Weil sich dort die großen Graslandregionen nördlich wie südlich des Äquators erstreckten, fiel der Klimawandel weniger heftig aus. Eine Vergletscherung hatte es auch nicht gegeben, was der dortigen Megafauna nasse Füße ersparte – die Großtiere Afrikas blieben weitgehend erhalten.

Auch unser Einfluss spielte dort möglicherweise eine weniger große Rolle: Der Mensch entwickelte sich in Afrika, war dort also kein neuer, das Biotop störende Einfluss.

pat


insgesamt 46 Beiträge

.. eher fragwürdig vor. Hier wird unterschlagen, dass es nicht nur die letzte Eiszeit, sondern eben mehrere Eiszeiten in den letzten Millionen Jahren gegeben hat. Es bleibt unklar, warum die Megafauna zuvor überlebt hat und […]

.. eher fragwürdig vor. Hier wird unterschlagen, dass es nicht nur die letzte Eiszeit, sondern eben mehrere Eiszeiten in den letzten Millionen Jahren gegeben hat. Es bleibt unklar, warum die Megafauna zuvor überlebt hat und gerade bei der letzten Eiszeit an “nassen Füßen” ausgestorben ist. Auch bleibt die Frage offen, warum die Tiere bei sich ungünstig verändernden Lebensbedingungen nicht in günstigere Gefilde auswandern.
Zudem sollte bei solchen Forschungen berücksichtigt werden, dass das Aussterben von Tierarten selten monokausal ist.
Dennoch interessante Ergebnisse: Es lässt sich z. B. gut vorstellen, dass die sich Tiere sehr wohl an neue Nahrung anpassen konnten. Aber solche Anpassungen benötigen entsprechend Zeit, welche zweifellos unter Dezimierung des Bestands einhergeht (z. B. durch Mangelernährung der Neugeborenen). Wenn dann gleichzeitig gejagt wird und z. B. durch sumpfiges Gebiet Flucht, aber auch Verteidigung für die Tiere schwieriger war, kann die genannte Begründung zumindest als Teilursache weiterdiskutiert werden. Dieser würde zumindest erklären, warum vorangegangen Eiszeiten von der Megafauna überlebt werden konnten.

und die damit zusammenhängenden veränderten Umweltbedingungen (statt Schnee nur noch Regen, keine wasserabweisende Behaarung, etc) für das Aussterben z. B. der Mammuts verantwortlich sein könnte stand Anfang der 80er schon in […]

und die damit zusammenhängenden veränderten Umweltbedingungen (statt Schnee nur noch Regen, keine wasserabweisende Behaarung, etc) für das Aussterben z. B. der Mammuts verantwortlich sein könnte stand Anfang der 80er schon in Peter Moosleitners Interessantem Magazin (PM)



was nu? Fehlende Gummistiefel oder fehlender Friesennerz? Ist immerhin ein Unterschied.

Zitat von oelfingerund die damit zusammenhängenden veränderten Umweltbedingungen (statt Schnee nur noch Regen, keine wasserabweisende Behaarung, etc) für das Aussterben z. B. der Mammuts verantwortlich sein könnte stand Anfang der 80er schon in Peter Moosleitners Interessantem Magazin (PM)

was nu? Fehlende Gummistiefel oder fehlender Friesennerz? Ist immerhin ein Unterschied.

Seltsam, diese Versuche die Menschen davon frei zu sprechen, aber warum nicht.

Hier geht es ja nur um Vermutungen um das Verschwinden einer Art.
Wobei es ja in Wahrheit um viele Großtierarten geht.

Den der Haken ist ja das […]

Seltsam, diese Versuche die Menschen davon frei zu sprechen, aber warum nicht.

Hier geht es ja nur um Vermutungen um das Verschwinden einer Art.
Wobei es ja in Wahrheit um viele Großtierarten geht.

Den der Haken ist ja das viele Eiszeiten kamen und gingen und erst nach der letzten verschwanden zufällig die Großtiere als der moderne Mensch zur Stelle war.

Was sich ebenso zufällig, überall wiederholte wo der Mensch auftauchte und das auch zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten.
Es war immer wieder das Gleiche bei hunderten von Großtierarten.

Gehört eigentlich zum Grundwissen, aber so lange die Mehrheit der Menschen an Götter, Schöpfung und hohe menschliche Vernunft glaubt, wird es sich kaum durchsetzen.
Wäre aber wichtig um aus dem Wissen zu lernen.

Ein Biologe schrieb einmal, das er seinen Studenten dann sagen würde, diese Arten wären von einem “schwarzen Loch” verschluckt worden.
Einem Loch zwischen Nase und Kinn.

es sollen schon Großtierarten ausgestorben sein, da waren die Vorläufer des Menschen noch garnicht existent.

es sollen schon Großtierarten ausgestorben sein, da waren die Vorläufer des Menschen noch garnicht existent.


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